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Geschichte E-Mobilität

Von Dampf und Öl über die Sonne zur Zukunft. Hannes Neupert folgt der Entwicklung der Leicht-Elektro-Fahrzeuge (LEVs) seit seiner Jugend und war an ihrem Erfolg in den letzten 20 Jahren maßgeblich beteiligt. Er hat eine kleine Geschichte der E-Mobilität aufgezeichnet.
 

 
Gegenwärtig ist E-Mobilität en vogue und wird als Hoffnungsträger modernen Massentransports gewinnträchtig gehandelt. Dabei ist die Idee des motorunterstützten Rades so alt, wie das Fahrrad selbst und entspringt dem menschlichen Grundbedürfnis sich immer mehr mit weniger Anstrengung fortzubewegen. Es ist eine äußerst wechselhafte Geschichte und wir sind mittendrin.

Ab 19. JH. Fahrräder mit mehr als Muskelkraft
Die beginnende Industrialisierung im 19ten Jahrhundert findet in der Eisenbahn das erste Massentransportmittel und ist gekennzeichnet durch gestiegene Mobilitätsansprüche. Zunehmend vollere und größere Städte mit schlechten Straßen wecken den Erfindungsgeist und führen über Lauf – Zweiräder, gern »hobby horses« genannt, zum Fahrrad. Schnell folgen Ideen, das Fahrrad mit Motor auszustatten und nutzen die Mittel ihrer Zeit. Frühe Versuche orientieren sich an der Dampfmaschine, andere erfinden das Motorrad oder eine Art E-Bike. Aus der Not heraus ein erschwingliches Motor-Fahrzeug auch fahren zu können, wenn der Motor ausfällt entsteht bereits die Idee »Pedelec« als Hybridfahrrad aus Muskel und Motor, selbst Rekuperation wird angedacht.

Ende 19. JH. Zweiräder mit Elektromotor im Wettbewerb
Ende des 19ten Jahrhunderts tauchen erste Patentzeichnungen auf, die unterschiedliche Anbringungsmöglichkeiten für Elektromotoren an Fahrradrahmen zeigen. Für den Elektroantrieb entscheiden sich zunächst vor allem Sportler, die an den zu dieser Zeit sehr populären Schrittmacher-Rennen teilnehmen. Durch den Einsatz des Motors reichen nun zwei statt vier Männer aus, um das Schrittmacher-Fahrrad zu fahren. Der Hintermann steuert die Motorleistung über einen Schieberegler. Damals entstehen über zwanzig solcher »elektrischen Rennteams«.
Mit der wachsenden Zuverlässigkeit der Verbrennungsmotoren werden die Elektroantriebe in diesem Bereich jedoch wieder verdrängt.

Nach 1945 Automobilismus der Wirtschaftswunderjahre
Materialknappheit, Armut und zerstörte Straßen bescheren dem Fahrrad im Deutschland der Nachkriegsära einen regelrechten Boom, insbesondere denen mit Hilfsmotor. Doch dieser sollte nur kurz anhalten, bis in den Wirtschaftswunderjahren eine beispiellose (Auto-) Mobilisierungswelle einsetzt, die das Fahrrad zum Vehikel für Arme degradiert. Sich pedalierend fortzubewegen wird imageschädigend, zeugt es doch davon, dass man sich kein besseres Fortbewegungsmittel wie ein Auto oder wenigstens ein Motorrad leisten kann.
Angestoßen hat die Motorisierung Gottlob Honolds Entwicklung des ersten einsatzfähigen Vorläufers heutiger Zündkerzen im Jahre 1902, die erst den Bau von schnell laufenden Benzinmotoren ermöglichte. Durch die nach dem Krieg schnell zunehmende Verfügbarkeit von Erdöl und die immer stärker werdende Erdöllobby, geraten die frühen Elektrofahrzeuge – Automobile, wie Zweiräder – immer mehr ins Hintertreffen und schließlich in Vergessenheit.

Ab 1970 Das Mountainbike als Sprungbrett für das Fahrrad in der Moderne
Erst Anfang der 70er Jahre wird der Grundstein für eine Wiederbelebung des Fahrradmarktes gelegt. Verantwortlich ist zum einen die Ölkrise, zum anderen eine Gruppe von amerikanischen Fahrrad-Fans, die anfängt mit sogenannten »Klunkers« Berge herunter zu fahren – die Vorläufer der Mountainbikes. Die MTB-Welle macht Fahrradfahren plötzlich wieder modern und wertet das Fahrrad als Produkt auf. Kostet ein Fahrrad vorher maximal 300 DM, verdoppelt und verdreifacht sich dieser Preis mit der neuen Spezies. Das MTB als Trendprodukt lässt das ungünstige Kosten-Nutzen Verhältnis vergessen und lädt das Fahrrad mit Luxus auf. Der Preis- und Imagewandel hilft Autofahrernationen wie Deutschland, den Ruf des Rades als »Armeleute Vehikel« zu vergessen.

Die Fahrradindustrie folgt erstaunlich zögerlich. Diejenigen, die den Trend frühzeitig erkennen, wie Komponentenhersteller Shimano, verdanken der neuen Fahrzeugspezies dagegen ihre heutige Bedeutung.
Als in den 90er Jahren der letzte Fahrradhersteller kapiert, dass das MTB das Fahrrad technologisch aus dem Dornröschenschlaf geweckt hat, steht schon der nächste Trend, die Elektrifizierung des Fahrrades, an. Ähnlich wie vorher beim MTB ist die Industrie der Meinung, dass Elektrofahrräder ein Nischenmarkt bleiben würden, aber nichts auf das man spezielles Augenmerk oder gar größere Investitionen richten sollte. Ein Fehler, den schon IBM in den 40er Jahren machte, als niemand die Bedeutung erahnte, die Computer einmal für private Haushalte spielen sollten.

Ab 1973 Kind der Ölkrise - Elektrofahrrad bewegt
Die Ölkrise verändert das Mobilitätsklima nachhaltig, man wird sich der Umwelt bewusst. Der Preisschock von 1973 und 1979 bringt die Abhängigkeit von sowie die Endlichkeit der fossilen Energieträger in das Licht der Öffentlichkeit und bewirkt, dass sich Automobil- und Zweiradindustrie wieder dem Elektroantrieb zuwenden. Bald geht es nicht mehr »nur« darum elektrisch unterwegs zu sein, sondern auch um die Frage, woher der Strom für den Elektromotor kommt. Der Atomunfall von Tschernobyl 1986 verleiht den Ideen regenerativer Energieerzeugung zunehmende Popularität. Die Solarbewegung, einst aus Bastler- und Abenteuerdrang geboren, erlebt nun ihren ersten Aufschwung und zieht einen Schweif an Innovationen nach sich.

Ab 1989 Emanzipationsbewegung
Das Elektrofahrrad ist geboren, doch sein Status ungeklärt. Die neue Fahrzeugspezies hat weder einen Namen noch ist klar, in welchem rechtlichen Rahmen man sich damit befand. Wer elektrisch unterwegs ist, bewegt sich faktisch illegal oder zumindest mit Motorradhelm. Bis heute bestehen Gesetzeslücken, die vom Gesetzgeber bisher unterbelichtet und unangetastet bleiben. Die existierenden Regularien sind das Ergebnis eines Wechselspiels aus beispielloser internationaler Lobbyarbeit, von Firmen, Pionieren und Enthusiasten und vom Gesetzgeber und eröffneten Möglichkeiten. Schwierigkeit und Durchbruch für das Pedelec bedeutet heute wie damals die Gleichstellung mit dem Fahrrad.

Ab 1999 Das Elektrofahrrad kommt (langsam) in Fahrt
Trotz der Vorreiter in Japan, in der Schweiz oder in den Niederlanden und den juristisch geschaffenen Grundlagen kommt das Elektrofahrrad in Europa nur langsam in Fahrt. Zu sehr ist es behaftet mit dem Reha-Image und Benzin noch billig genug.
Der heute als modern empfundene Begriff »E-Bike« steht für das Gegenteil, unmoderne Gefährte für Menschen, die nicht anders weiter kommen. 2008 findet eine komplette Umkehr statt und Elektrofahrräder werden zum Trend. Verantwortlich dafür sind zum einen Apple, die alles »i-...« nennen, was ein wenig nach »E-...« klingt, und zum anderen der aufgekommene E-Mobilitäts Boom, in dem die um 2000 noch als komplett »out« geltende Elektromobilität »in« wird. Nicht nur ein Zeiten- und Wortwandel führt zum Trend, sondern wieder einmal technologischer Fortschritt.

Ab 2010 Der Wettbewerb ist eröffnet
Die neue Technologie mit mehr Energie auf weniger Raum und frisches Design verhilft den Pedelecs zu neuer Qualität, die sich letztlich durchsetzt, da zufriedene Nutzer Produkte weiter empfehlen und so neue Kunden generieren. Heute verwirklichen Firmen wie Derby Cycle Stückzahlen von 50.000+ Stück, die Accell Gruppe gar 100.000+, während 1999 das Kynast Pedelec mit »nur« 5000 Stück schon als Verkaufsschlager galt. Der Erfolg der e-mobilen Zweiräder ruft neue Anbieter auf den Plan und lässt »fahrradfremde«, ökonomisch potente Firmen z. B. rund um die Automobilindustrie auf das Pedelec aufsteigen. Die Produzenten sehen den Markt der Leicht-Elektro-Fahrzeuge als attraktiv an, mit hohen Margen und sehr großem Wachstumspotential.

Ausblick
Vor allem die Software und Ansteuerungselektronik birgt gegenwärtig noch viel Optimierungsbedarf und Entwicklungspotenzial. In der Batterietechnik wird sich voraussichtlich in puncto Energiedichte, Lebensdauer und Sicherheit einiges tun. Die Innovation geht weiter, so dass die Elektrotechnik und die Software in die letzten Winkel des Fahrrades vordringen und es komplett verändern werden.
Eines ist sicher – Pedelecs und Elektroroller sind kein kurzfristiger Hype, der schon wieder vergehen wird. Sie sind stattdessen Ausdruck langer Entwicklungen und innovative Antwort auf drängende Probleme der Gegenwart und Zukunft, wie z .B. Mobilität für immer mehr Menschen auf beengtem urbanen Lebensraum, die mit endlichen fossilen Energieträgern auskommen wollen. Heute noch undenkbare Funktionen können diesem alten-neuen Vehikel schon bald neue Anwendungen und Märkte erschließen.

Weitere Informationen zur Geschichte der E-Mobilität finden Sie hier:

>> Teil 1: 1860 bis 1952

>> Teil 2: 1970 bis 1991

>> Teil 3: 1992 bis 1998

>> Teil 4: 1999 - 2011

Text: Hannes Neupert
Bild: ExtraEnergy Archiv

Online Publikation: Angela Budde

Datum: 12. Oktober 2012
Letzte Änderung: 29. Oktober 2012

 

 

 
 

Termine:

8. bis 22. September 2017
Tanna, Deutschland
ExtraEnergy Pedelec und E-Bike Fahrtest

26. bis 27. September 2017
Baden-Baden, Deutschland
VDI-Fachkonferenz: Leichte E-Mobilität

3. bis 4. Oktober 2017
Wassenaar, Niederlande
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