Pedelec und E-Bike Test
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Warngeräusche für Elektrofahrzeuge?

Dr. sc. techn. Friedrich Blutner, Pionier des deutschen Produkt-Sounddesigns, informierte am 1. Dezember 2015 über Adaptronik beim Pedelec.
 

 
Wie sinnvoll ist Sound beim Pedelec? Dr. sc. techn. Friedrich E. Blutner (GF Synotec Psychoinformatik GmbH), Pionier des deutschen Produkt-Sounddesigns, im Gespräch mit den Moderatoren Birgit Klaus und Dennis Wilms in Rahmen der Dokumentations- und Wissenschaftsmagazin-Sendung "Planet Wissen" vom 1. Dezember 2015.

Auszug aus der Sendung "Schöner Hören statt krank durch Lärm" vom 1. Dezember 2015 im SWR.

Sendung online ansehen:

>> www.planet-wissen.de

Warngeräusche für Elektrofahrzeuge?
Das leise Surren, das man beim Elektroauto hört, sind nur die Abrollgeräusche der Reifen. Den Motor hört man nicht. Bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h ist das E-Auto nahezu lautlos. Den Krach machen die anderen. Wäre doch der gesamte Verkehr so ruhig unterwegs - was wäre das schön in der Stadt.

Aber nein, das Bundesumweltministerium und die Vereinten Nationen wollen es nicht leise. Jedenfalls nicht so leise. Denn dadurch entstünden immer öfter Unfälle, heißt es. Auch dem E-Autofahrer ist dies bewusst. "Typische Gefahrensituationen entstehen beim rückwärts Einparken, z.B. weil Fußgänger einen nicht hören. Typisch ist auch, wenn sich Fahrradfahrer vor einem bewegen. Die sehen einen zwar, wenn man dran vorbei ist, aber in dem Moment, wo man auf gleicher Höhe ist oder kurz dahinter, hören oder sehen sie einen nicht."

Aber ist es nicht skurril? Da wirbt man einerseits dafür, dass es mehr umweltfreundliche und leise Elektroautos gibt, damit der Lärm in der Stadt verringert wird und nun sollen sie aber doch lauter daherkommen?

Wie wärs mit Scheibe runter- und Radio aufdrehen als Vorschrift? Oder aber der Fahrer selbst macht Warngeräusche für die anderen Verkehrsteilnehmer? 

Produkt-Sounddesign Pionier im Interview
Dennis Wilms: Muss der Sound zum Produkt passen?

Friedrich Blutner: Unbedingt. Wir wollen keinen Rummelplatz für Geräusche, sondern wir wollen, dass die Produkte, in dem Fall die Fahrzeuge, ihre eigene Stimme finden. Lärm ist ja unerwünschter Schall. Das heißt, man will keinen Lärm hören. Es soll möglichst leise sein. Aber es gibt auch positive Schallkundgaben, das nennen wir Sound. Es gibt also die bösen Schalle und die guten Schalle. Ein Beispiel ist die Autotür. An der Autotür hören Sie die Qualität des gesamten Fahrzeuges. Das heißt, Qualität ist hörbar. Man hört im übrigen auch die Marke. Wetten, dass man von 100 unterschiedlichen Automarken am Türzuschlag die Marke selbst erkennt?

Birgit Klaus: Wenn man den guten Sound auf das schlechte Auto draufsetzt, dann würde ja der Verbraucher getäuscht?

Friedrich Blutner: Ja, und das würde auch kein Hersteller machen weil dies nicht kohärent wäre, also nicht zusammenpasste. Wenn Sie zum schlechten Auto einen guten Sound machen, geht daran eine Marke kaputt. Der Mensch merkt das. Wir sind ja multisensuelle Wesen. Wir haben 2 Augen, 2 Ohren, 1 Nase, eine Haptik - wir fühlen auch vieles an den Fingern. Wenn das nicht zusammenpasst, wenn das nicht stimmig ist, insbesondere Auge und Ohr, dann haben wir das Gefühl: Hier wirst du betrogen. Man soll seine Kunden nicht betrügen. Das ist nach wie vor eine ganz zentrale Frage. 

Dennis Wilms: Gibt es eine Möglichkeit, dass der Gegenstand selbst den Sound erzeugt, den man haben möchte?

Friedrich Blutner: In guter Bauhaus-Tradition will man Funktionen hörbar machen. Ein Beispiel für Sounddesigns beim Pedelec ist das Unterrohr eines Fahrrades. Da hat man bestimmte Schwingungsstrukturen, die man darstellen, sichtbar machen kann. Wenn diese passen, dann klingt es gut. Dies nennt man Adaptronik. In dem Modul sind sowohl Sensoren (bei uns die beiden Ohren) als auch Aktoren (bei uns der Mund), der Schall bringt. Sie können beispielsweise bösen Schall (negative Schallmuster) reduzieren, indem Sie diesen gegenphasig auslöschen. Er wird leiser und die guten Schallmuster können Sie erhöhen. Es ist immer der Kampf böse gegen gut. Wir haben ausführliche Untersuchungen gemacht, wie ein Pedelec zukünftig klingen soll. Heute haben wir im Innenstadtbereich viele Autos, aber in 20 Jahren werden die Autos Juniorpartner der Fahrräder sein. Dann wird es mehr Pedelecs geben und die will man ja auch hören. 

Dennis Wilms: Unterliegt so etwas nicht auch einem Zeitgeist? Also gibt es Sounds, die nur zu einer bestimmten Zeit funktionieren und auch von der Masse akzeptiert werden?

Friedrich Blutner: Vor etwa 7 Jahren haben wir gemerkt, dass die Leute bestimmte Sound-Patterns, also PKW-Geräusche, nicht mehr mochten. Ein Auto sollte leise sein und nicht mehr Verbrennung assoziieren. Verbrennung verpestet die Luft, macht die Umwelt kaputt und dies haben die Leute unbewusst gemerkt. Wir haben mit etwa 200 Probanden getestet und auf einmal gingen Sounds, die bisher hervorragend waren, gar nicht mehr. Dadurch haben wir gemerkt, dass sich jetzt etwas in der Wahrnehmung ändert.

Weitere Informationen zum Sound beim Pedelec finden Sie hier:

 
 
 
Textauszug: Angela Budde
 
Bild: www.planet-wissen.de
 
Datum: 27. November 2015
Letzte Aktualisierung: 10. Dezember 2015

 
 

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