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LEV-Konferenz 2008: Standards und Mietmodelle bringen neuen Schwung

Die LEV-Konferenz fand dieses Jahr vom 15.-19. März in Taipeh und Hsinchu statt. Märkte und Marketing sowie technischer Fortschritt, Industrienormen und Mietmodelle waren zentrale Themen. Ein Bericht von Susanne Brüsch.
 

 
Im Rahmen der Taipei Cycle Show fand die diesjährige LEV-Konferenz zum ersten Mal im neuen Nangang Messegelände in Taipeh statt. Vom 15.-16. März 2008 gaben Redner aus aller Welt einen Überblick über Märkte und Marketingkonzepte und die neuesten technischen Entwicklungen. Im Anschluss fanden drei Workshop-Tage in Hsinchu statt. Dabei ging es um die Weiterentwicklung und Anwendung der Standards EnergyBus und BATSO.

Die Organisatoren der LEV-Konferenz – ExtraEnergy, ITRI, und TAITRA – setzten 2008 einen Schwerpunkt auf Themen und Projekte, die den weltweiten Markterfolg von Elektro-Leichtfahrzeugen maßgeblich beeinflussen. Dazu gehören Industrienormen für Batterie-Sicherheit und die Verbindung elektrischer Komponenten aber auch Pilotprojekte mit internationaler Präsenz, wie beispielsweise ein Batterie-Mietmodell in Stuttgart, welches auf der Konferenz erstmals öffentlich vorgestellt wurde. Zunächst brachten gezielte Vorträge das internationale Publikum auf den neusten Stand des Marktgeschehens.

Die Verkaufszahlen von Elektrofahrrädern steigen weltweit. In Europa wurden nach Schätzungen von ExtraEnergy im Jahr 2007 etwa 250.000 Elektroräder verkauft. Etwa 60% davon waren Pedelecs im Preisbereich zwischen 1200-2000 Euro und aufwärts, die über den Fahrradhandel vertrieben wurden. Etwa 40% der Produkte lagen preislich zwischen 300 und 1200 Euro.

Der führende Markt in Europa ist nach wie vor Holland – ein Land in dem jeder der 16,5 Millionen Einwohner durchschnittlich mehr als ein Fahrrad besitzt. Hier schaffte Sparta mit dem ION im Jahr 2003 den Durchbruch. Das Erfolgsrezept war ein möglichst unsichtbarer Elektroantrieb. Wie Han Goes von Q Square Consultants berichtete, erwarten die Kunden in Holland Qualität und sind bereit, den Preis dafür zu bezahlen. Im Falle eines Pedelecs meistens über 2000 Euro. Trotzdem wurden 2007 etwa 100.000 Pedelecs in Holland verkauft, allen voran die Accell-Group (Sparta, Batavus, Koga), Giant, und Gazelle. Und die Zukunftsaussichten sind gut, so Han Goes: Pedelecs haben das Potenzial, innerhalb der nächsten fünf Jahre 25 - 30% des Fahrradmarktanteils in Holland zu erreichen. Dies wären 250.000 bis 350.000 Stück pro Jahr.

Als neuer, potentieller Markt in Europa wurde Spanien vorgestellt. Noch ist das Land mit einem spezialisierten Händler in Barcelona, der 100 Pedelecs/E-Bikes im Jahr verkauft, für das Elektroradgeschäft nicht von Bedeutung. Besonders im Vergleich zu Holland, wo Händler 100 Pedelecs pro Woche verkaufen. Doch die Tourismusbranche ist sehr groß und bietet Raum für Mietstationen und Flottenbetreiber.

China vor neuer Herausforderung
Weltweit gesehen liegt China nach wie vor an erster Stelle. Man schätzt, dass 2007 in der Volksrepublik 20 Millionen E-Bikes verkauft wurden. Experten gehen davon aus, dass der Boom in den kommenden Jahren abflauen wird. Große Elektro-Scooter, die 2007 die Shanghai Show dominierten, haben zahlreiche Kunden in punkto Qualität und Leistungsfähigkeit unbefriedigt gelassen  und sind zudem in den meisten Regionen verboten. In Städten wie Shanghai gibt es keine klare Regelung, die typische Elektro-Roller als eigene Kategorie klassifiziert. So sehen viele Hersteller, die auf diese Fahrzeuge gesetzt haben, ihren Absatzmarkt gefährdet. Die Industrie steht vor einer neuen Herausforderung, denn die Kunden wollen bessere Qualität, sagte Jean Chen (Chen Ding Wu), der selbst ein Verkaufs- und Servicegeschäft in Shanghai führt.

Indien auf dem Vormarsch
Wie Ed Benjamin von Ultra Motor berichtete, entpuppt sich Indien als neuer, aufsteigender Markt für Elektro-Leichtfahrzeuge. Die Firma Ultra Motor Ltd. mit Hauptsitz in England, Finanzen aus Russland und Büros in Indien, China, Taiwan, USA und Deutschland, ist in Indien auf dem Vormarsch. Etwa 150  Geschäfte wurden nur für Elektroräder und Scooter der eigenen Marke eröffnet. Modernes Design mit westlichem Einfluss und aufwändiges Marketing scheinen die Inder anzulocken. Aber vor allem natürlich die Tatsache, dass ein Elektromotor ihren täglichen Weg durch das Verkehrschaos wesentlich einfacher macht. 

Industrie braucht Standards
Im technischen Bereich waren die Standards EnergyBus und BATSO ein zentrales Thema der Konferenz. EnergyBus besteht aus einer normierten Steckerfamilie, einem auf CANopen basierenden Kommunikationsprotokoll und einem eigenen Energiemanagement. Wenn die Entwicklung abgeschlossen ist soll dieser Standard ermöglichen, dass elektrische Komponenten unterschiedlicher Hersteller miteinander funktionieren, ohne dass zum Beispiel eine Batterie zu Schaden kommt, weil das falsche Ladegerät verwendet wurde.

BATSO dient der Batteriesicherheit. Am 18. März wurde das BATSO 01 Handbuch vorgestellt, welches Sicherheitstests für Lithiumbatterien definiert. Nach den BATSO-Standards getestete Batterien erhalten das BATSO-Gütesiegel, welches sie international als sicher ausweist. BATSO-gekennzeichnete Batterien sind in etwa einem Jahr auf dem Markt zu erwarten, so Projektleiter Tim Schäfer.

Beide Standards werden von der Industrie zunehmend als eine wichtige Voraussetzung für den Markterfolg von LEVs gesehen. Besonders wichtig ist die Batteriesicherheit und die Kompatibilität der Komponenten untereinander für öffentliche Mietstationen oder sonstigen Flottenbetrieb.


Links
LEVConference.org
EnergyBus.info
BATSO.org

Vorträge
Alle Präsentationen der LEV Conference sind auf  LEVConference.org zum Download erhältlich.


Letzte Änderung: 19. Juni 2008

 
 

Termine:

7.-12. September 2021, IAA, München, Testparcours

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