Lade Infrastruktur
twitter facebook

·························
Produkte:
·························

 · Test IT Show

 · Neuheiten
 · Test 2019
 · Test 2018/2019
 · Test 2017/18
 · Test 2017
 · Test 2016/17
 · Test 2016
 · Test 2015/16
 · Test 2015
 · Test 2014/15
 · Test 2014
 · Test 2013/14
 · Test 2013
 · Test 2012/13
 · Test 2012
 · Test 2011/12
 · Test 2011
 · Test 2010/11
 · Test 2010
 · Test 2009/10
 · Test 2009
 · Tests 2001-2008
 · E-Roller
 · Fahrzeugtypen
 · Pedelectypen
Archiv

© 2019 ExtraEnergy.

· Kontakt
· Impressum
· Datenschutz

· Presseinformation

 


Ruhr: E-Mobilität für 5,3 Millionen Einwohner diskutiert

2. Verkehrsfachtagung Mobilität Ruhr: Trotz eisiger Kälte hatten die elektromobilen Präsentationsfahrzeuge keine Startschwierigkeiten, die sich auf dem Vorplatz des Nobel-Restaurants „Gastronomie im Stadtpark“ in Bochum, am 15. Dezember 2009 zusammen mit ca. 200 überregional geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Medien tummelten.
 

 
Organisiert wurde die „2. Verkehrsfachtagung Mobilität Ruhr“ gemeinsam vom Initiativkreis Ruhr, den Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet – federführende IHK zu Duisburg – und der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH. Ziel der Veranstaltung war es, die Mobilität in einem der größten Ballungsräume Europas, mit 5,3 Millionen Einwohnern und zunehmendem Güterverkehr, regional zu diskutieren, um gemeinsam die Verkehrsinfrastruktur zu verbessern. Spätestens im Workshop E-Mobilität kristallisierte sich heraus: Die E-Mobilität ist für die großflächige Metropolregion ein sehr wichtiger Baustein im Verkehrskonzept der Zukunft.

Das sollte schon die vergleichsweise große Vorstellung von Elektrofahrzeugen aus den Bereichen Auto, Fahrrad und Roller den geladenen Teilnehmern deutlich machen. Mit großem Interesse wurden Händler und Aussteller zu den E-Fahrzeugen befragt. Es bestand die Möglichkeit, Probe zu fahren. Viele Entscheider und Verkehrsexperten freuten sich darüber, die Fahrzeuge nun auch in der Praxis näher betrachten zu können. Zu verdanken war die Ausstellung dem Engagement des Netzwerkes ruhrmobil-E, das die Ausstellung organisierte.

Verkehrsfachtagung im Focus
Bis mittags hielten namhafte Persönlichkeiten, wie z.B. der Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (MdL), Vorträge. Zum Thema E-Mobilität in NRW sagte der Minister, der zuvor über Verkehrsanbindungen, Finanzen usw. referiert hatte: „Das Ziel des Umwelt- und Lärmschutzes kann insbesondere über die Elektromobilität realisiert werden. E-Mobilität ist ein wesentlicher Bestandteil zur Erreichung der Ziele, die wir im Ruhrgebiet verfolgen“. Dabei lobte er das bereits vorhandene Engagement im Ruhrgebiet. Denn das Ruhrgebiet ist eine der acht bundesweit aus 112 Bewerberregionen auserwählte Modellregion für Elektromobilität. Nun komme es darauf an, das Thema sichtbar zu machen und umzusetzen. Der Minister mahnte an, dass die Region und Deutschland insgesamt die Technik für die E-Fahrzeuge selbst entwickeln müsse und nicht importieren solle, damit die Region und Deutschland wettbewerbsfähig bleiben.

Die MetropoleRuhr, also das gesamte Ruhrgebiet, habe alle Voraussetzungen, als Metropole von Rang und Namen ihre Zukunft zu gestalten. Ein Alleinstellungsmerkmal und Standortvorteil sei neben der guten Infrastruktur, dass es sich bei der Metropole Ruhr im Gegensatz zu z.B. Paris oder London, um einen polyzentrischen Ballungsraum handele, d.h., dass Fläche zwischen den Zentren liege. Der somit notwendige Mobilitätsmix mache das Gebiet attraktiv. Die Großflächigkeit des Gebietes mache die weitere Vernetzung der Ruhrgebietsoberzentren wie die Tangente von Ost nach West über Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg usw. (dreispuriger Ausbau der A 40) sowie von Nord, z.B. Recklinghausen, nach Süd, z.B. Hattingen, notwendig. Autobahnanschlüsse müssten ausgebaut werden und die Finanzierung sollte sich nun nach dem Aufbau Ost auf den Westen konzentrieren, da die Straßen z.B. in NRW: „diplomatisch formuliert, verbesserungsbedürftig sind“, sagt der Minister.

Auch Dr. Wolfgang Kentner, Vorsitzender des Verkehrsausschusses IHK im mittleren Ruhrgebiet zu Bochum machte in seiner Begrüßungsrede deutlich, dass die E-Mobilität und die Fahrradmobilität einen entscheidenden Beitrag zur Einhaltung der EU-Emissionsvorgaben leisten könne. Johan Geurts, Geschäftsführer des maritimen großen Dienstleisters Seacon van Eupen GmbH im Ruhrgebiet, der das Ruhrgebiet vor einiger Zeit als sexy bezeichnet hatte und damit viel Aufmerksamkeit erregte, hat nicht umsonst nicht in Venlo, sondern im Ruhrgebiet investiert. Denn hier gibt es den Mobilitätsmix aus Wasserwegen, Schiene, Straße und Luft. „Wir glauben an das Ruhrgebiet, deswegen sind wir hier“, so der Experte, der zugleich anmahnt, die Infrastruktur als wichtigen Jobmotor zu begreifen. Denn Warenströme suchen sich die besten Verkehrswege.

Bevor die ca. 200 geladenen Gäste sich nachmittags auf die Workshops verteilten, gab es einen mittäglichen Snack und die Möglichkeit, das Thema E-Mobilität, vor den Türen der Gastronomie im Stadtpark, bei Kälte trotz Sonnenschein, im wahrsten Sinne des Wortes, zu erfahren und zu besichtigen.

E-Fahrzeugausstellung traf auf große Resonanz
Unternehmer Michel Cervenka stellte das Elmoto vor. Ein E-Bike, das 45 km/h schnell ist und ein Drehmoment von 50 NM bei 45 Kg Gewicht aufweist. Die Reichweite von 65 emissionsfreien Kilometern kann zulassungs- und lärmfrei genossen werden. Die Teilnehmer interessierten sich ebenfalls sehr für die E-Roller und E-Autos sowie das E-Taxi-Pedelec, das der belgische Geschäftsführer von Binbike, Jef de Ridder höchstpersönlich vorstellte und das schon in Großstädten unterwegs ist, auch in Berlin. Daniel Backwinkel, der die Taxis in Bochum anbietet, fuhr mit seinen dreirädrigen Pedelecs mit rasantem Können derweil durch die Gegend. Wie beim Taxi auch, tritt der Fahrer mit E-Motorunterstützung beim Dreirad in die Pedalen. Auf dem überdachten „Sofa“ des Taxis können im Gegensatz zum Dreirad zwei Fahrgäste Platz nehmen. Dipl.-Ing. Martin Behrs zeigte seinen privaten E-Roller SC-25, der an einer der aufgebauten Stromtankstellen der Stadtwerke Bochum hing und über ein zusätzliches Schnellladegerät innerhalb von nur einer Stunde zu 90 % wieder geladen werden kann. Sonst dauert der Ladevorgang vier Stunden.

Deutschlandpremiere: SMILES gibt es nun auch in Deutschland

Auch eine Deutschlandpremiere wurde präsentiert. Thomas Frenzel, Vertrieb und Unternehmenskommunikation der Smiles AG, stellte den 95 km/h schnellen neuen Flitzer von Smiles erstmals in Deutschland dem interessierten Publikum vor. Ein Lifestyle Zweisitzer, der pfiffige Fahrstufen per Knopfdruck im Innenraum realisiert. Vier Knöpfe stehen zur Auswahl. Rot für Maxi-Power, gelb für normal, grün für sparsam und blau für Frostwetter. Optisch ist der Wagen ein absoluter Hingucker. Ob das und viele der anderen ausgestellten Fahrzeuge Sicherheitskriterien nach Autostandard erfüllen, wurde jedenfalls beim Smiles noch nicht getestet. Thomas Frenzel geht aber davon aus, dass die Bilanz positiv ausfallen wird. Auch der sparsame Hybridbus der Bogestra, dem regionalen ÖPNV-Anbieters, wurde neben z.B. einem umgebauten E-Minibus präsentiert.

Nachmittags referierten namhafte Persönlichkeiten in den Workshops zu den Themen Seehafenhinterlandverkehr, ÖPNV, Verkehrsmanagement, E-Mobilität und Fahrrad-Mobilität.

Workshop E-Mobilität

Im Workshop E-Mobilität wurden zunächst drei Vorträge gehalten. Dr. Rittmar von Helmolt, Manager der Adam Opel AG, referierte über Wunsch und Wirklichkeit der E-Mobilität. Er verwies auf die 900 Millionen Autos auf unserem Globus, die fast alle fossil betrieben würden. Da die Zahlen zunehmen werden, ist es wichtig, dass die Fahrzeuge sparsamer werden und das Alternativen gefunden werden. Beim E-Auto zähle nicht die Höchstgeschwindigkeit, sondern die Reichweite. Daran werde gearbeitet. Allerdings werden ohnehin 80 % aller Fahrten heute für Strecken unterhalb 50 KM am Tag benötigt, so von Helmolt. Daher könnten schon heute E-Fahrzeugkonzepte Sinn machen. Dr. Helmolt erkannte: „Elektromobilität wird von den Fahrrädern her kommen“. Laut nationalem Entwicklungsplan sollen 750.000 Ladesäulen aufgestellt werden, um künftig E-Fahrzeuge aufladen zu können. Hier gibt es zahlreiche Probleme, die es zu lösen gilt. Das bestätigte auch Professor Constantinos Sourkounis von der Ruhruniversität Bochum, der E-Mobilität als ganzheitliche Aufgabe versteht. Er machte deutlich, dass in Zukunft die Fahrzeugbranche und andere Energiebranchen, viele Elektroingenieure brauche.  An den Universitäten zeichne sich aber schon jetzt ab, dass es einen großen Mangel geben werde. Wichtig sei es neben allen offenen Technikfragen, E-Mobilität sichtbar zu machen. „Die beste Lösung wird sich durchsetzen“, so sein Credo. Bei E-Fahrzeugen werde in jedem Falle viel mehr über Kommunikation laufen. Auch die Manipulation von Fahrzeugen (z.B. vorwärts/rückwärts vertauschen) sei eine beachtliche Gefahr.

Die ca. 60 Teilnehmer des Workshops E-Mobilität hörten dann dem freien Journalisten Kai Rüsberg zu, dem Initiator des regionalen Netzwerkes ruhrmobil-E. Er referierte über den Anfang des Netzwerkes bis zum heutigen Stand und warb um Mitglieder auch aus anderen Oberzentren des Ruhrgebietes. Eine der Aufgaben neben der Reduktion von CO2, die Produktion von Fahrzeugen ins Ruhrgebiet zu holen und die Infrastruktur zu verbessern, wurde genauso erwähnt wie der Vorteil eines solchen Netzwerkes aus Politik, Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und vielen anderen. Demnächst wird möglicherweise eine große Veranstaltung zum Thema E-Mobilität in Bochum stattfinden, an der sich viele Städte des Ruhrgebietes, also die MetropoleRuhr und Unternehmen zusammen, präsentieren, um E-Mobilität für den Bürger erfahrbar zu machen.

Erhitzte Diskussion zeigt Handlungsbedarf
Im Anschluss wurde dann kontrovers diskutiert. Es wurde der Nutzen von E-Autos angezweifelt, weil günstige Benziner eine ebenfalls gute Bilanz aufweisen, oder Hausdämmung i.E. für den Einzelnen mehr bringe, als ein E-Auto zu kaufen. Dem wurde entgegengehalten, dass E-Autos nicht alle Fahrzeuge ablösen könnten, aber schon jetzt und vor allem zukünftig, viele Probleme lösen könnten. Auch die Veränderung in der Gesellschaft wurde thematisiert. Es zeigte sich, dass enormes Interesse und immenser Gesprächsbedarf unter den Entscheidern der verschiedenen Städte, Wissenschaftlern und Interessenvertretern sowie Journalisten herrscht. Denn das Ziel, die CO2 Bilanz zu verbessern und fossile Brennstoffe zu schonen, indem E-Mobilität mittels regenerativer Energie vorangetrieben wird, ist gar nicht so leicht, zu erreichen. So manche Hürde ist zu nehmen.

Wichtig ist, so schienen alle zu wünschen, dass endlich mehr und vor allem: zusammen getan wird. Ein erster Schritt ist mit der Veranstaltung gelungen. Wichtige Entscheidungsträger haben sich endlich über die Stadtgrenzen hinweg getroffen, um als ernstzunehmende Metropolregion die Sache in die Hand zu nehmen. Sich als Einheit zu begreifen, Turmdenken von Stadt zu Stadt zu unterlassen. Es wurde angeregt, dass sich die Oberbürgermeister nicht nur der Oberzentren des Ruhrgebietes zusammensetzen sollen, um das weitere Vorgehen und enge Zusammenarbeit zu beratschlagen.

Es bleibt abzuwarten, wann die ersten großen Erfolge sichtbar werden und ob es die Verantwortlichen und Experten im Ruhrgebiet verstehen, den gemachten Anfang zu nutzen, Großes zu bewegen und die Bevölkerung dabei mitzunehmen. Denn die emotionale Schiene, wie es ein Workshopteilnehmer formulierte, sei ein wesentlicher Schritt, das Thema zu transportieren. Dazu müssen die Fahrzeuge in der Bevölkerung sichtbar werden. Dr. Alfred Oberholz, Leiter der Arbeitsgruppe Energie im Initiativkreis Ruhr aus Essen leitete den Workshop und schloss damit, dass es offensichtlich sei, dass es um ein wirklich großes Thema geht, das hier nur in Ansätzen andiskutiert werden konnte und zu dem noch sehr viel zu sagen sein wird.

Mehr zu Mobilitätsfragen im Ruhrgebiet siehe Artikel MetropoleRuhr in Aufbruchstimmung


Text und Foto: Volker Heckmann, vhpress.de

18. Dezember 2009

 
 

Termine:

21. Juni 2019, Westendorf, Kitzbüheler Alpen, Österreich
E-Bike Fachkongress

22. und 23 Juni 2019, Westendorf, Österreich, E-bike Festival Kitzbüheler Alpen

12. bis 15. September 2019, Birmingham, UK, The Cycle Show Birmingham

5. bis 10. November 2019, Mailand, Italien, EICMA

alle Termine...