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E-Bike-Enwicklungen - die kommenden zehn Jahre

Zukünftig könnten sich Pedelecs und E-Bikes in Aussehen und Preis nicht mehr von unmotorisierten Mittelklasse-Rädern unterscheiden. Im Rahmen ihres Projekts „e-bikeP23“ beleuchtet die Produktdesignerin (...)
 

 
(...) Johanna Tiffe die Zukunftsfragen der Elektroräder.

In der Zweirad-Branche kennt die Euphorie zur Zeit kaum Grenzen, was E-Bikes und Pedelecs betrifft. Nach Angaben des ZIV (Zweirad-Industrieverband) haben sich die Verkaufszahlen im Zeitraum von 2007 bis 2010 in einigen westeuropäischen Ländern mehr als verdreifacht. Das Umsatzvolumen der Branche steigt dank Pedelecs trotz sinkender Verkaufszahlen im Fahrradbereich. Die Prognose der ZIV für 2018 besagt, dass sich bei vorsichtiger Schätzung der Marktanteil der elektrisch unterstützten Räder auf bis zu 15 Prozent erhöhen wird. Nach einer Studie der TU Dresden für das BMVBS von 2010 sind die Voraussetzungen dafür günstig: die vorausgesagte Reurbanisierung wird es mit sich bringen, dass die Vernetzung der Verkehrsmittel zunimmt. Die Akzeptanz des Autos sinkt, stattdessen rücken andere Fortbewegungsmittel als Alternative in den Fokus - seien es öffentliche Verkehrsmittel, Car-Sharing-Angebote oder eben Pedelecs. Die sind durch ihre flexiblen Einsatzmöglichkeiten und die geringen Anforderungen an die bestehende Infrastruktur besonders attraktiv.
Auffallend für viele Branchenkenner ist der Anteil der Frauen, die sich für ein Pedelec, sei es als Alltags-, Sport- oder Freizeitfahrzeug, entscheiden. In den drei führenden europäischen Märkten liegt der weibliche Anteil der Käuferschaft zum Teil weit über 50% - Tendenz zur Zeit leicht steigend. Zumindest in Deutschland sind Frauen allerdings, obwohl Hauptnutzergruppe, noch keine Hauptzielgruppe. Möglicherweise würde ein speziellerer Zuschnitt der Fahrzeuge auf die Hauptnutzergruppe den Trend und damit die Absatzmöglichkeiten weiterhin verstärken.

Bei den geschilderten Zukunftschancen der elektrisch unterstützten Zweiräder gehen mit der Entwicklung zwangsläufig technische Veränderungen und Verbesserungen einher, um deren Einsatz zu optimieren. Im Rahmen ihres Projekts „e-bikeP23“ beleuchtet die Produktdesignerin Johanna Tiffe zur Zeit die Zukunftsfragen der Elektroräder.

Die kommenden Entwicklungen im Pedelec- und E-Bike-Bereich sind vielfältig. Besonders von den Antrieben, den Energiespeichern und von der Digitalisierung der Fahrzeuge ist dank der Aufbruchstimmung einiges zu erwarten. Bestehende Antriebssysteme werden kompakter und betriebssicherer. Aber nicht nur das: wiederentdeckte Systeme wie die Transversalflussmaschine oder das Additionsgetriebe scheinen endlich ihren Weg in den Markt zu finden. Erstere verspricht stabile kompakte Motoren, die sich kostengünstig produzieren lassen. Letzteres könnte sich zu einer kleinen Revolution auswachsen - vorausgesetzt der Antrieb läuft betriebssicher und der Verkaufspreis wird moderat gestaltet. Ein Antrieb aus Großbritannien integriert Muskel und elektrische Kraft. Sein Prinzip ähnelt dem des Toyota Prius. Das System bietet weit mehr Fahrdynamik als das Gros der aktuellen Optionen. Trifft es zu, was die Werbung des englischen Herstellers verspricht, ist ihr Antrieb sehr leicht, außerdem kann die Schaltung, den Dynamo und die Hinterradbremse wegfallen. Das reduziert das Gewicht des Fahrzeugs natürlich nochmals und das alles zu einem attraktiven Preis – laut Hersteller. Allerdings wecken zu viele Vorzüge oft etwas Skepsis, ob die Versprechungen wirklich umgesetzt werden können. Schön wäre es.

Der Blick richtet sich außerdem auf die Energiespeicher, bei denen weiterhin die Lithium-Technologie im Vordergrund steht. Zukünftig kann dank neuer Kathoden-Materialien wie Schwefel oder später Luft eine wesentlich höhere Energiedichte erreicht werden als aktuell. Vorerst geht die Reise jedoch verstärkt in Richtung Optimierung existierender Systeme oft in Kombination mit Nanotechnologie. Die Energiedichte der Speicher wird sich voraussichtlich in den kommenden fünf Jahren verdoppeln, die Ladezeit reduziert sich und die Zellen werden stetig sicherer - bei sinkenden Preisen hofft man.

Ein weites Feld tut sich mit der Digitalisierung auf. Immer mehr Komponenten kommunizieren via CAN-Bus-Protokoll miteinander. Ein Beispiel ist der EnergyBus, der sich wachsender Beliebtheit erfreut und daher Möglichkeiten zur Standardisierung bietet. Auch die Verbindung zur Außenwelt wird für die Gefährte kontinuierlich wichtiger – GPS entwickelt sich langsam zur Alltagserscheinung. Der Einsatz von Smartphones und Konsorten hat das Potenzial Displays und Sicherheitszubehör zu verdrängen. Ähnlich wie bei Autos lässt sich gerade bei der Bedienung der Fahrzeuge einiges automatisieren. Wie wäre es mit einem automatisch ausfahrbaren Regendach, oder einem Sattel, der sich per Fernbedienung anpassen lässt? Ein weiteres spannendes Thema ist die elektronische Kraftübertragung, die sogar auf die Kette verzichten kann. Wann die angedeuteten Entwicklungen kommen, hängt stark von der Geschwindigkeit ab, mit der die Leistungselektronik marktkompatibel verbessert wird.

Die beschriebenen Entwicklungslinien zusammenfassend, wird klar, dass sich Pedelecs, wie auch E-Bikes durch die technischen Potenziale kontinuierlich verbessern können. Mit kompakten Antriebseinheiten, schlanken Batterien und ohne Display könnten sie tatsächlich aussehen wie aktuelle Fahrräder. Nicht einmal preislich bräuchten sie sich sonderlich von unmotorisierten Mittelklasse-Rädern unterscheiden. Durch das erstarkende Umweltbewusstsein und breit gefächerte Zielgruppen zeichnen sich für Pedelecs neue Nutzergruppen ab. Damit verändert sich zwangsläufig auch die Gestaltung.

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Über form:f

Das Berliner Design-Studio form:f wurde 2009 von Industrie-Designerin Johanna Tiffe gegründet. „Wir sehen uns als Schnittstelle zwischen dem Nutzer und der produzierenden Industrie„, sagt die Frontfrau des Studios. „Wir beschäftigen uns sehr intensiv mit der Handhabung eines Produkts, z.B. einer Batteriebox, bevor wir mit dem eigentlichen Design beginnen, das Produkt konstruieren und dann ein Modell bauen“, so Frau Tiffe weiter. Dank eines großen Netzwerkes setzt das form:f Team ein Produkt von der Idee bis zum Prototypenbau um. Die ideale Verschmelzung von Form und Funktion ist dabei der Anspruch. Daher der Name form:f. Der Schwerpunkt bei Design- und Entwicklungsprojekten liegt auf Elektrozweirädern und deren Infrastruktur.

>> blog.formf.de

>> E-Bikes in zehn Jahren – wesentliches Glied intermodaler Mobilität?

Text: R. + J. Tiffe
Bild: J. Tiffe

Online Publikation: Angela Budde

Datum: 26. Februar 2013











 

 
 

Termine:

12. bis 15. September 2019, Birmingham, UK, The Cycle Show Birmingham

5. bis 10. November 2019, Mailand, Italien, EICMA

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