Pedelec und E-Bike Test
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Mechanik ist heute out

Über die Zukunft mechanischer Fahrräder im Vergleich zu  Pedelecs informiert Hannes Neupert (1. Vors. ExtraEnergy e.V.) im Interview mit der Zeitschrift "natur".
 

 
"natur", das Magazin für Natur, Umwelt und besseres Leben, veröffentlichte in der Ausgabe 06/14 eine Übersicht der 34 besten Pedelecs aus dem ExtraEnergy Pedelec und E-Bike Test 2013/14.

Die Ausgabe kann unter folgendem Link bestellt werden:

>> www.natur.de

Interview mit Hannes Neupert
Das Interview führte Jörg Spaniol für die Zeitschrift "natur".

JS: Herr Neupert, vor ein paar Jahren habe ich von Ihnen den Satz gelesen, das Fahrrad ohne Motor werde auf Dauer verschwinden. Doch das klassische Fahrrad ist immer noch die Regel.

HN:
Dass Sie sich das gemerkt haben, spricht zumindest für die gelungene Provokation. In dieser Ausschließlichkeit war es natürlich nicht gemeint, rein muskelbetriebene Fahrräder wird es weiterhin geben – aber eher als Nischenprodukt, wie Vinylschallplatten oder Analog-Kameras. Selbst im Radsport sind Wettbewerbsformen mit Pedelecs denkbar. In Holland sehen wir schon jetzt einen Trend: Der Radmarkt kannibalisiert sich. Die Pedelecs verdrängen dort hochwertige Tourenräder, die in einem ähnlichen Preisbereich antreten.

JS: Die Kundschaft für das edle Tourenrad könnte ja auch einfach älter geworden sein?

HN: Das würde den Trend nur zum Teil erklären. Insgesamt geht es um einen kulturellen Wandel: Mechanische Dinge sind heute out. Man ist heute nicht mehr cool, wenn man an einem Auto oder Rad rumschraubt. Messer, Gabel, Löffel gehen noch analog. Ansonsten ist die aktuelle Produktwelt komplett elektronikdurchseucht. Da hat die klassische Mechanik ein Akzeptanzproblem.

JS: Aber kauft die Jugend Pedelecs?

HN: Ich glaube auch gar nicht, dass es künftig um einen Kauf geht, sondern um die Benutzung. Die Autoindustrie hat heute schon ein Problem mit dem Absatz an eine junge, urbane Zielgruppe. Die will sich offenbar nicht mehr mit Besitz inklusive Wartung und Unterhalt belasten, sondern lieber fallweise Transportleistung einkaufen, etwa über Carsharing.

JS: Kann das Leihen und Teilen den Besitzerstolz an einem schönen, mechanischen Rad ersetzen?

HN: Das mechanische Rad, das man vor wenigen Jahrzehnten noch fast lebenslang benutzen konnte, ist ohnehin Geschichte. Fahrräder entwickeln sich immer mehr zu Komplettfahrzeugen. Es gibt deswegen immer weniger genormte Ersatzteile, wodurch sich die Reparatur erschwert. Ein fünf Jahre altes Pedelec ist heute steinzeitlich. Es ist kaum mehr als eine Menge Metall- und Elektronikschrott – ein Punkt, der mich nicht glücklich macht. Deshalb arbeiten wir an der Normung von Ladegeräten, Akkus und Anschlüssen, um wenigstens da die Austauschbarkeit zu fördern und so die Lebensdauer zu erhöhen.

JS: Ihre Prognose für das Pedelec der Zukunft?

HN: Es wird andere Elektrofahrrad-Hersteller geben als heute. Vielleicht werden sogar Mobilfunkbetreiber ins Geschäft einsteigen, mit Leasingmodellen und groß angelegtem Bike- Sharing. Die Räder werden durch Faserverbundwerkstoffe und Massenfertigung leichter und billiger – und sie werden anders aussehen. Heute haben wir das „Christbaum-Design”: ein Fahrradgestell mit angeschraubten Sachen. Das ist so, als wäre ein Auto eine Kutsche mit angeschraubtem Motor auf dem Kutschbock. Aber sehen Autos so aus?

Text: Jörg Spaniol
Bild: Angela Budde

Datum: 30. Mai 2014

 
 

Termine:

7.-12. September 2021, IAA, München, Testparcours

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