Test IT Show
twitter facebook

·························
Information:
·························

 · Links
 · Marktgeschehen
 · Technik
 · Leute
 · Gesetze
 · Firmenreports
 · Literatur

© 2019 ExtraEnergy.

· Kontakt
· Impressum
· Datenschutz

· Presseinformation

 


Action auf Rezept - Pedelec als Therapierad

Ein Pedelec fürs Kind beantragen - Wer kann das machen und wie geht das? Stephan Moldenhauer, Spezialist für Reha und Handicap bei HASE BIKES im Interview mit Gina Wilbertz von amedes.
 

 
Pedelecs auf Rezept - geht das?

Wir freuen uns über das Interview, in dem Gina Wilbertz (amedes) im Gespräch mit Stephan Moldenhauer (HASE BIKES) mehr über die Möglichkeiten von Zuschüssen für Elektrofahrräder als Therapieräder herausgefunden hat.

Gina Wilbertz: Welche Eigenschaften müssen Pedelecs oder E-Bikes aufweisen, um Aussicht zu haben, bezuschusst zu werden? 

Stephan Moldenhauer: Sie sollten eine Hilfsmittelnummer haben, so wie unsere Modelle TRIX und TRETS. Das ist die Nummer, unter der das Produkt im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands (die zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen) aufgelistet ist. In der Regel erfolgt die Kostenübernahme für Hilfsmittel durch die gesetzliche Krankenversicherung nur dann, wenn die Produkte in diesem Verzeichnis gelistet sind. Es ist jedoch lediglich eine Orientierungshilfe und besitzt keine rechtsverbindliche Bedeutung, d.h., die Hilfsmittelnummer ist keine Garantie dafür, dass die Kosten für ein Produkt übernommen werden. Es liegt im Ermessen des jeweiligen Sachbearbeiters, ob dem Antrag stattgegeben wird oder nicht. 

Gina Wilbertz: Ist die Hilfsmittelnummer zwingend notwendig?

Stephan Moldenhauer: Auch bei Rädern ohne Hilfsmittelnummer kann ein Antrag auf Kostenübernahme erfolgreich sein. Es handelt sich hierbei aber um Einzelfallentscheidungen, die leider nicht als Präzedenzfall herangezogen werden können. Umso wichtiger ist die richtige medizinische Begründung des Antrags. Es muss eine nachvollziehbare Indikation vorliegen, also der medizinische Grund für den Einsatz eines Therapierads.

Gina Wilbertz: Bei welchen Erkrankungen bezuschussen Krankenkassen diese Räder?

Stephan Moldenhauer: Unsere beiden Trikes TRIX und TRETS sind insbesondere für Kinder und Jugendliche mit neuromuskulären Erkrankungen wie Celebralparese oder Muskeldystrophie geeignet. Wer aufgrund von einer Krankheit oder Behinderung kein herkömmliches Fahrrad benutzen kann, auch nicht mit Stützrädern, wird mit einem TRIX oder TRETS ungehindert losfahren können, denn es handelt sich in beiden Fällen um Delta-Trikes. Sie haben ein Rad vorne und zwei Räder hinten. Das macht sie nicht nur wendig, sondern auch extrem kippstabil. Weitere Indikationen sind: Koordinierungsschwierigkeiten, eingeschränkte Bewegungsabläufe (z.B. bei Spastiken), Balancestörungen, Amputationen, Querschnittslähmung, Dysmelieschädigungen, bakterielle und rheumatische Gelenk- und Knochenentzündungen, Hüftdysplasie, Hüftkopfnekrose, Hüftluxation, muskulärer Schiefhals, offener Rücken, rheumatische Weichteilerkrankungen, Stoffwechselstörungen (z.B. Rachitis), Wachstumsfugenlösungen und Wirbelsäulenskoliose.

Gina Wilbertz: Das sind sehr unterschiedliche Erkrankungen. Wie können Ihre Räder für all diese Indikationen passen? 

Stephan Moldenhauer: HASE BIKES hat im Laufe der Jahre ein umfangreiches Sortiment an speziellem Zubehör entwickelt. Das geht von Spezialpedalen über Handantrieb, Schulterlenkung, Kurbelverkürzer bis hin zu Sitz- und Lehnenverlängerung, Halterungen für Gehhilfen und einer Schiebehilfe. Und diese Liste ist nur ein Ausschnitt aus unserem Reha-Zubehör. Viele dieser Produkte wurden in direkter Zusammenarbeit mit Kunden entwickelt, deshalb funktionieren sie auch so gut. 

Gina Wilbertz: Wenn man auf die HASE BIKES-Website schaut, sind dort die beiden Modelle TRIX und TRETS ohne Motor angezeigt. Gibt es sie auch als E-Bike?

Stephan Moldenhauer: Das TRIX kann auch mit Motor geliefert werden. Aber auch hier ist es notwendig, dass eine medizinische Indikation vorliegt und der Motor aus therapeutischer Sicht notwendig ist. Das kann z.B. sein, wenn das Kind auf seinem Weg zur Schule mit dem Rad einen steilen Berg überwinden muss, den es ohne Motor nicht allein schaffen würde.

Gina Wilbertz: Wohin muss man sich wenden, um Hilfe für Zuschüsse für Pedelecs oder E-Bikes zur Rehabilitation/bei körperlichen Einschränkungen zu erhalten?

Stephan Moldenhauer: An die Krankenkasse oder, in manchen Fällen, an das zuständige Sozialamt. Die Grundvoraussetzung ist eine ärztliche Verordnung. Aber das ist noch lange nicht alles. Der gesamte Prozess kann sich leider sehr zäh und aufwändig gestalten. Aus diesem Grund haben wir unseren Ratgeber „Action auf Rezept“ verfasst. Hierin beschreiben wir leicht verständlich und übersichtlich, worauf man achten muss, wenn man ein Therapierad für sein Kind beantragen möchte und wie man zu einem perfekten Antrag kommt. Außerdem geben wir viele Tipps aus der Praxis, was man machen kann, wenn der Antrag abgelehnt wird. Der Ratgeber kann auf der HASE BIKES-Website kostenlos heruntergeladen werden: 

>> Ratgeber Action auf Rezept (PDF)

Das Interview wurde von Gina Wilbertz von amedes, agentur für unternehmensentwicklung und kommunikation, mit Stephan Moldenhauer geführt, dem firmeneigenen HASE BIKES-Spezialisten für Reha und Handicap. Stephan ist seit 13 Jahren bei Hase BIKES, zunächst als Kundenbetreuer, 2010 übernahm er die Vertriebsleitung. 

>> Fotostrecke (flickr)

>> www.hasebikes.com

Text und Bild: amedes/HASE BIKES

Online Veröffentlichung: Angela Budde

Datum: 8. Juni 2020

Letzte Aktualisierung: 2. Juli 2020

 
 

Termine:

3. bis 6. März 2021, Taipei, Taiwan, Taipei Cycle Show

alle Termine...