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Relativitätstheorie zur Reichweite

2011 wurde das Thema Reichweite von Derby Cycle als zentrales Verkaufsargument im Markt forciert. Grund war die 18 Ah Batterie - 2012 folgt nun die 25 Ah Batterie. Wir alle wissen jedoch, dass Reichweite relativ ist. Sie wird von Faktoren wie (...)
 

 
(...) Windrichtung, Steigung, Muskelleistung der Person, die das Pedelec fährt, Umweltbedingungen wie die Beschaffenheit der Straßenoberfläche, die Temperatur der Batterie, Reifendruck und mehr beeinflusst. Diese Liste würde sich schier endlos fortsetzen lassen.

Angaben zur Reichweite sind relativ
Es gibt Elektrofahrräder, für die der Hersteller eine Reichweite von weit jenseits der 100 km auslobt. Letztlich erreichen diese Fahrzeuge im Stadtverkehr jedoch lediglich knapp 30 km.

Wir sind es gewohnt, dass Angaben der Automobilhersteller bezogen auf Reichweite pro Tankinhalt für uns als Nutzer nicht oder zumindest nicht im Alltag zu erreichen sind.
Warum ist es so, dass wir es beim Automobil leichter akzeptieren, wenn Angaben realitätsfern sind?
Der Grund dafür ist das Schnell-Ladenetz (für benzinbetriebene Fahrzeuge), mit dem unser Planet überzogen ist. So kann die Reichweite kinderleicht immer wieder nachgefüllt werden. Zumindest trifft dies auf Mitteleuropa zu.

Wie Reichweite nachfüllen?
Bei Elektrofahrzeugen und plug-in hybriden wie dem Pedelec gibt es drei Möglichkeiten, die Reichweite wieder nachzufüllen.

A) Mit dem integrierten oder bei den Pedelecs eher beigelegten Ladegerät aufladen - das braucht in der Regel viele Stunden.
B) Mit einem in der Regel weil groß, schwer und teuer externen Schnell-Ladegerät immer wieder nachfüllen und so die Reichweite immer weiter erhöhen.
C) Die entladene Batterie gegen eine voll geladene tauschen.

Der Industriestandard heute bei Pedelecs, Elektrorollern und Elektroautos ist die Version A). Sie hat aber zur Folge, dass aufgrund des menschlich nachvollziehbaren Wunsches nach „Sicherheit und Freiheit“ immer wieder mit höheren Batteriekapazitäten kompensiert wird. Daher ist es auch nachzuvollziehen, wenn Hersteller genau hier im Marketing ansetzen, die Batterie immer größer machen und dies in zu erwartender Reichweite als erstes Kaufargument ansetzen.

Die Version C) wurde 2007 in Stuttgart zusammen mit Gepida und HTEnergy in einer Pressekonferenz mit dem Stuttgarter Oberbürgermeister Schuster vorgestellt. Doch leider wurde dieses Projekt dann doch nicht umgesetzt.

Heute stehen die Chancen  für eine einheitliche Tauschbatterie mit einem Betreibermodell,  welches die Eigentümerschaft der Batterien übernimmt eher schlecht. Dies liegt vor allem daran, dass die Fahrzeughersteller alle eine einmalige identitätsstiftende Batterie an Ihrem Fahrzeug haben möchten.

Auf dem Weltmarkt gibt es heute sicherlich mehr als 3000 unterschiedliche Pedelec Batterietypen - und täglich kommen neue dazu. Eine Standardisierung rückt also immer weiter in die Ferne. Doch trotzdem könnte es eines Tages wieder interessant werden. Sobald die Energiedichte so hoch ist, dass 30 km Reichweite problemlos in einer Batterie,  die nur noch Faustgröße hat, untergebracht werden können und so gestalterisch keine Rolle mehr spielt. Doch es bleibt spannend, welches System sich mittelfristig und welches sich langfristig durchsetzen wird.

>> Ein Bericht über das Projekt 2007

Praxisbeispiele zur Reichweite
Erst kürzlich haben ein paar junge Holländer bewiesen, dass der Schnellladevorgang die Reichweite in der Praxis ganz entscheidend beeinflussen kann. Sie fuhren 24 Stunden in Holland auf öffentlichen Straßen und haben probiert, wie weit sie kommen.

Mit einem Elektroauto aus europäischer Produktion wie ich es habe, ein Citroen Saxo Electrique aus den 90er Jahren, ist das recht einfach. Bestenfalls 300-400 km, weil die Reichweite von rund 100 km immer wieder in ca 4 Stunden nachgeladen werden muss - und die Reichweite von 100 km hat das Fahrzeug auch nur bei optimaler und vorausschauender Fahrweise.

Nun zu dem Experiment der Holländer Michiel Langezaal, Wouter Robers und Lars Bech,  welches sie in ihrem YouTube Video vom 31.05.2011 dokumentiert haben:

>> 24 h EV Road Trip (YouTube Video)

In Japan, dem Land der realisierten Visionen, wurde nicht nur die Idee des Pedelecs von Yamaha 1992 das erste Mal realisiert, sondern auch die ersten schnellladefähigen Elektroautos.
Aus japanischer Herstellung ist auch der Nissan Leaf, der bei dem holländischen Experiment gefahren wurde. Michiel Langezaal, Wouter Robers und Lars Bech fuhren mit dem E-Auto quer durch Holland und nutzen die dort schon vorhandene Schnellladeinfrastruktur. Diese basiert auf dem japanischen CHAdeMO Standard und ermöglicht, die Batterie in 20 Minuten zu einem großen Teil wieder aufzuladen.

Schnelllade-Infrastuktur bringt Reichweite
Bei Experimentbeginn zeigte das Auto eine Restreichweite von 132 km an. Trotz genutzter Klimaanlage, normalen Autobahngeschwindigkeiten und zum Teil heftigem Verkehr mit Staus haben sie es jedoch geschafft, innerhalb von 24 Stunden 1.254 km zu fahren. Das bedeutet, dass die angegebene Restreichweite rund verzehnfacht werden konnte.
Ganz nebenbei stellten sie fest, dass Kaffeepausen in etwa 20 Minuten in Anspruch nehmen. Die gleiche Zeit, die für den Ladevorgang benötigt wird.

Dieses Beispiel zeigt, dass das Umfeld immer wichtig ist, also die Fahrzeuge, die Technik und die Infrastruktur, die ein zentrales Thema des EnergyBus e.V. ist. Daher arbeitet der Verein gemeinsam mit Partnern aus dem Tourismus, der Elektrizitätswirtschaft, der Sicherheits- und Elektrotechnik wie auch der Antriebstechnik an der Vision einer Schnellladeinfrastruktur.

>> EnergyBus Flyer - englisch (PDF)

>> Das Ladeschlosskabel für LEVs


Text: Hannes Neupert
Bild: Ondra Veltrusky

Online Publikation: Angela Budde

Datum: 23. Januar 2012
Letzte Änderung: 24. Januar 2012
 

 
 

Termine:

27. Februar bis 1. März 2020, Essen, Deutschland, Fahrrad Essen

20. bis 22. März 2020, Prag, Tschechien, FOR BIKES CZ

18. und 19. April 2020, Berlin, Deutschland, Velo Berlin

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