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Testen und testen lassen

Der ExtraEnergy Test und seine Werte. ExtraEnergy testet als unabhängiger Verein seit 1993 Pedelecs. Methodik und Messtechnik richtet sich danach, was Nutzer wirklich von ihrem Pedelec wollen.
 

 
Mit der zunehmenden Verbreitung von Pedelecs und einem immer größeren Angebot bedürfen Kunden immer mehr Orientierung. Die Testfahrt ist sicherlich eines der stärksten, aber auch letzten Entscheidungskriterien und es lohnt sich, sich schon vorab zu informieren. Immer mehr Publikationen enthalten Tests von Pedelecs, doch ist nicht immer klar, was wie getestet wurde, bzw. welche Bewertungsmethoden angewandt wurden. Ergebnisse können so leicht allzu beliebig sein, insbesondere wenn Kernangaben wie Reichweite oder Unterstützung nicht mit nachvollziehbaren Daten untermauert werden. ExtraEnergy testet als unabhängiger Verein seit 1993 Pedelecs und hat über die Jahre eine stringente Methodik und Messtechnik entwickelt und publiziert, die sich danach richtet, was Nutzer wirklich von ihrem Pedelec wollen.

Produktgruppen
Die Mehrheit der Produktgruppen von ExtraEnergy scheinen auf den ersten Blick bekannt und an »klassische« Kategorien für Fahrräder wie City oder Tourenrad angelehnt, die man auch in anderen Publikationen findet. Anders als in den meisten anderen Tests, ist die Einordnung durch den Hersteller selbst (City-Bike xy) nicht entscheidend. Grundlage der ExtraEnergy Kategorien sind stattdessen 14 Kundenwünsche und deren unterschiedliche Wichtigkeit. Die Kategorien, in die knapp 20 Jahre Erfahrung eingeflossen sind, sind publiziert und werden regelmäßig von einem unabhängigen Expertenkreis den aktuellen Entwicklungen angepasst.

Die Wünsche sind für jeden Kunden und jedes Produkt grundsätzich dieselben. Jeder möchte eine hohe Unterstützung, Zuverlässigkeit oder hohe Reichweite. Dennoch ist nicht jedem Anwender alles gleich wichtig und kann (und muss) nicht jedes Pedelec alle Kriterien gleich gut erfüllen. Bei den Überlegungen geht es darum, wo und wer mit welchem Pedelec fahren will und was das Produkt dazu braucht.

Da die Anwender und Anwendung mit einbezogen werden, muss man manchmal ein bisschen um die Ecke denken. Für ein Tour Pedelec ist so nicht, wie auf den ersten Blick naheliegend, die Reichweite das stärkste Kriterium, sondern die einfache Benutzung. Da man auf Tour sowieso Gepäck hat, ist die Mitnahme eines Zweitakkus relativ einfach möglich. Zudem reichen die meisten Akkus für die übliche Etappenlänge, die in der angesetzten Mindestreichweite von 40 km für ein Tour Pedelec ausgedrückt ist. Einfache Benutzung ist jedoch deshalb essentiell, da eines der Hauptanwendungsgebiete eines Tour Pedelecs der Tourismus ist. Unerfahrene Benutzer brauchen ein Leihrad, das sie leicht handhaben können und bei dem man notfalls eine kleine Panne selbst beheben kann.

Gewichtete Wünsche
Die unterschiedlichen Anforderungen an unterschiedliche Pedelec Typen drücken sich in einer unterschiedlichen Gewichtung der Wünsche für jede Produktgruppe aus. Um die Gewichtung der 14 Wünsche untereinander im Griff zu behalten und keine Willkür walten zu lassen, wendet ExtraEnergy die Methode des Paarvergleichs an. Dabei wird jeder Kundenwunsch mit jedem verglichen, für jede Kategorie. Man fragt dann ob z.B. die Reichweite für ein Tourenrad entscheidender ist als hohe Unterstützung und bewertet das Verhältnis mit: 2 (wichtiger), 1 (gleich) oder 0 (unwichtiger). Für jeden Wunsch durchexerziert ergeben sich Punkte, die summiert schließlich die Gewichtung und damit das Profil der Produktgruppe ergeben.

Jedem Wunsch sind die Messwerte und Charakteristiken der Pedelecs aus dem Test zugeordnet, die seine Erfüllung repräsentieren. Zusätzlich gibt es Ausschlusskriterien und Mindestanforderungen wie die Reichweite von mind. 40 km für ein Tourenrad.

Zum Testurteil führt schließlich die Eintragung aller Werte in eine Tabelle, in der die Räder anhand der Ausschlusskriterienund Mindestanforderungen automatisch den Gruppen zugeordnet werden. Die gewichteten Wünsche mit den gemessenen Werten ergeben Punkte für jedes Rad. Diese werden von 1 bis 10 normiert. Diese Normierung stellt gleichzeitig eine Platzierung dar, ausgedrückt im K-Faktor (für Kundenwunscherfüllung). Das beste Rad jeder Gruppe ist der Testsieger und bekommt den besten K-Faktor 10. Alle anderen Pedelecs der Kategorie müssen sich an diesem messen und bekommen das Testsiegel, das ihrem K-Faktor entspricht.

Klarheit der Kriterien
Eine entscheidende Größe zur Einordnung der Relevanz eine Tests ist die Klarheit der Kriterien. In jedem Test finden sich Angaben zur Reichweite, Durchschnittsgeschwindigkeit und manchmal der Unterstützung. Nur oft ist nicht klar oder mangelhaft belegt, wie diese Werte zustande kommen oder was mit ihnen ausgedrückt ist. Sind sie zudem absolut dargestellt, also in keiner (erkennbaren) Relation zu Ausgangsgrößen oder anderen Rädern (einer Produktgruppe), mangelt es ihnen an Ausdruckskraft. Sie müssen dann sehr genau betrachtet werden.

ExtraEnergy zeichnet mit spezieller Messtechnik am Rad Fahrraddaen auf. Ermittelt werden die Geschwindigkeit, Trittkraft, Trittfrequenz, elektrische Motorleistung und das Streckenprofil. Daraus werden dann die Reichweite, Durchschnittsgeschwindigkeit und der Unterstützungsfaktor errechnet.

Die Teststrecke ist festgelegt und besteht aus drei Abschnitten: Tour, Berg und Stadt. So wird die Performanz der Pedelecs in der Ebene und auf verschiedenen Bodenbelägen, an Anstiegen und beim Halten und Anfahren ermittelt. Die Werte für den jeweiligen Sektor werden später auch getrennt angegeben. Wohnt man in einer hügeligen Gegend, sind bspw. Pedelecs mit hohen Werten am Berg zu empfehlen.

Es wird grundsätzlich im höchsten Unterstützungsmodus gefahren. Diese Angabe ist entscheidend, da man mit sparsamen Gebrauch des Motors leicht die Reichweite erhöhen kann.

Die Reichweite wird im ExtraEnergy Test aus dem gemessenen Energieverbrauch bestimmt.

Andere Reichweitenangaben, die bspw. darauf beruhen, dass man so lange gefahren ist, bis der Akku leer war, sind zu ungenau, erst recht wenn Angaben zum Streckenprofil und dem gefahrenen Unterstützungsmodus fehlen.

Besonders hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten sollten in Relation zu anderen Werten wie dem Energieverbrauch, dem Batteriegewicht oder der Ladezeit betrachtet werden.

Die ExtraEnergy Tests haben gezeigt, dass verschiedene Pedelecs oft eine ihnen eigene Durchschnittsgeschwindigkeit haben. Diese ist oft typenabhängig. So wird ein Lasten Pedelec in der Regel langsamer gefahren als ein sportives.

Wer wie viel Leistung bringt, Motor oder Mensch, ist im Unterstützungsfaktor ausgedrückt. Der sogenannte U-Faktor ist eine von ExtraEnergy eingeführte Messgröße. Die Unterstützung wird mittlerweile auch in anderen Tests oder Herstellerangaben genannt. Manchmal ist von 200% Unterstützung und mehr die Rede, doch worauf dieser Wert beruht ist selten zu erkennen. Der U-Faktor im ExtraEnergy Test gibt an, mit wie viel Leistung der Fahrer vom Antrieb zusätzlich zu seiner eigenen Trittkraft versorgt wird. Bei dieser Leistung des Motors handelt es sich nicht um den elektrischen Output, sondern um die Leistung, die tatsächlich auf der Straße ankommt, d.h. in Vorwärtsbewegung umgesetzt wird.

Um dies zu ermitteln, werden vorher Fahrten auf einem Referenzrad ohne Motor absolviert. So sieht man, welche Leistung der Fahrer auf einem herkömmlichen Fahrrad erbringen musste und welche er später auf dem Pedelec erbringt um die gleiche Geschwindigkeit zu erreichen.

Ein U-Faktor von 1 bedeutet, dass der Antrieb die Trittkraft des Pedelec Fahrers verdoppelt, da dieser auf dem Referenzrad die doppelte Trittkraft aufbringen müsste, um auf die gleiche Geschwindigkeit zu kommen.

Weitere Angaben, die man in jedem Test findet sind die Fahrraddaten. Dabei ist die Ausstattung, z.B. Federsattelstütze oder Bremsenart unstrittig. Interessant wird es beim Gewicht. Im ExtraEnergy Test werden die Räder grundsätzlich nachgewogen, ebenso wie die Batterie, da Herstellerangaben oft etwas idealisiert sind. Im ExtraEnergy Test fließt das Gewicht als »leicht, bzw. Tragbarkeit« und als Messwert in die Bewertung ein. Es wird somit in Abhängigkeit von der Anwendung und Art des Pedelecs betrachtet. Es ist dann wichtig, wenn das Pedelec getragen werden muss. Ist dies jedoch nicht oder selten der Fall, kann ein starker Antrieb das ein oder andere extra Kilo leicht bewältigen.

Klare Prioritäten
Kunden bekommen in aller Regel nur die Endergebnisse zu sehen und müssen sich dann in der Vielzahl der Testräder zurechtfinden. Dabei hilft nicht nur zu wissen, wie man die Ergebnisse zu bewerten hat, sondern vor allem sich über die eigenen Prioritäten klar zu werden.

ExtraEnergy bietet dazu fünf Fragen an: Wo soll das Pedelec gefahren werden, muss es Treppen hochgetragen werden, Lasten transportieren können, mit High Tech Display versehen sein und schnell fahren? Hat man dies für sich geklärt, kann man anhand der eigenen Prioritäten erkennen, welche Produktgruppen in Frage kommen und sich so einen ersten Überblick verschaffen. Vor einer endgültigen Kaufentscheidung sollte die Probefahrt stehen, am besten mit mehreren Modellen in der engeren Auswahl. Probieren ist nicht nur ein absolutes Muss um zu sehen, welches Pedelec einem wirklich liegt, sondern kann leicht zum reinen Vergnügen werden.

Text: Nora Manthey, Andreas Törpsch, erarbeitet im Rahmen des GoPedec! Projekts der EU: Go Pedelec! Handbuch

Bild und online Veröffentlichung: Angela Budde

Datum: 1. Oktober 2012

 
 

Termine:

12. bis 15. September 2019, Birmingham, UK, The Cycle Show Birmingham

5. bis 10. November 2019, Mailand, Italien, EICMA

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